Der Musiker

Schon als Jugendlicher fand ich die Gitarre sehr inspirierend und mit 17 Jahren konnte ich mir endlich eine eigene Klampfe leisten. Fortan war Sie mein ständiger Begleiter.  Ich daddelte – so nannte ich meine spontan improvisierten Melodielinien – stundenlang vor mich hin. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen. In die Öffentlichkeit traute ich mich nicht.

Immer wieder saß ich alleine am Baggersee und gab mich meinem Hobby hin. Doch sobald mich jemand hörte, kam immer die gleiche Ansage: Spiel doch mal was von Bob Dylan! oder Spiel doch mal was von den Beatles!

Damals war ich noch nicht so selbstbewusst. Für mich klang das dann so: Du spielst zu schlecht, als daß man Dir zuhören könnte.

Heute würde ich eher antworten: Ich spiele wie Andreas Artmann und was anderes will ich auch nicht.

Nun ja, nach langen Jahren, in denen ich mit der Standardstimmung gerabeitet hatte, fand ich auf einem Seminar eine „eigene“ Stimmung. Ich stimmte meine Gitarre nur nach Gefühl und Gehör. Ich drehte tatsächlich stundenlang an der Stimmmechanik herum, bis es mir gefiel. Später erfuhr ich von einem Profi: Ich hatte in reinen Quinten gestimmt. Es gab keine Töne, die einen Dur oder Moll Charakter haben. Klang immer irgendwie orientalisch. Der weitere Vorteil: Ich konnte gleichzeitig Melodie und Rhythmus spielen. Da die Leerseiten der Gitarre schon „harmonisch“ klangen. Die nachfolgende Aufnahme ist tatsächlich in einem Durchgang gespielt. Es gibt keine Overdubs.

Einige Zeit danach traute ich mich mit meiner Stimme zu experimentieren. Allerdings mehr als Lautmalerei und nicht als normaler Textgesang.

Nach einigen Jahren Pause experimentierte ich mit elektronischen Sounds.

Die folgende Veröffentlichung befasst sich mit sogenanntem Live-Looping. Dabei entstehen Stücke, die nach dem Ausschalten der Geräte nicht mehr existieren. Bei den existierenden Aufnahmen habe ich einfach vor dem Ausschalten auf ein altes Kassettendeck gemastert. Alles – auch der Mix – sind bei diesen Aufnahmen völlig intuitiv improvisiert.

Ja und dann kam der Moment in dem ich nach 20 Jahren Trockenübungen auf meiner E-GItarre endlich das Kabel in den Verstärker gesteckt habe. Und dann passierte folgendes:

Soweit der Einblick in mein musikalisches Schaffen der letzten Jahre. Wer mehr hören will, findet hier auf Bandcamp alle meine Veröffentlichungen.