Naran´s Special Mix 2 / 2019-09-21

Naran´s Special Mix 1 / 2019-08-17

Bin ich ein Lautsprecher?

Herzlich willkommen auf meinem Blog!

Seitdem ich bewusst denken kann, habe ich versucht, meine Gedanken und Erlebnisse zu sortieren, zu strukturieren und in eine Form zu bringen. Ja, ich gebe es zu, mein großer Traum war es, ein Buch zu schreiben. Ich weiß nicht wirklich, warum ich dieser Idee hinterhergerannt bin, doch ich tat es! Ich bin sicherlich dreißig mal gescheitert. Hier ein kleiner Auszug aus meiner Schreibhistorie:

Zuerst habe ich aus mir selbst heraus versucht, den Prozess des Schreibens in Gang zu setzen. NEGATIV! Die Widerstände in meinem Kopf waren zu groß.

Du kannst nicht schreiben! – Mach Dich doch nicht lächerlich! – Wer sollte das denn wohl lesen wollen?

Solche Gedanken standen mir wie Baustellenabsperrungen im Weg herum. Ich kam daran nicht vorbei.

Regelmäßig bin ich diesen Weg gegangen, mindestens alle zwei Jahre, seitdem ich 20 bin. Und jedes mal war an der Baustelle SCHLUSS!

Als Zweites habe ich mir im Tauschring einen Schreibcoach gesucht. Wir haben uns getroffen und geredet und geredet.

Am Ende wurde eine Freundschaft daraus, aber kein Buch.

Als Drittes habe ich mich nach Experten umgesehen. Hier in Münster erschienen dann plötzlich mehrere Menschen in der Öffentlichkeit, die gegen Bezahlung Biografien erstellten. Wunderbar! dachte ich. Nach einem kurzen Gespräch kam die Ernüchterung: 3.000 – 4.500 € je nach Länge der Biografie.

Schluck. Das konnte ich mir nicht leisten.

Als Viertes habe ich mir Dragon Naturally Speaking gekauft, eine Software, die Sprache in Text umwandeln kann. Doch seinerzeit war mein PC viel zu langsam, um damit arbeiten zu können.

Ich denke sehr schnell, und der Schreibfluss kam mit diesem Programm leider überhaupt nicht  zustande.

Als Fünftes habe ich mir verschiedenste Bücher über das Schreiben gekauft und durchgelesen. Hahahahahahaha! Quatsch. Noch nicht mal zehn Seiten schaffte ich.

Über das Schreiben lesen! Das ging bei mir gar nicht. Ich bin Widder und will mindestens einmal am Tag mit dem Kopf durch die Wand.

Als Sechstes habe ich mir wieder Dragon Naturally Speaking gekauft in der Hoffnung auf meinen mittlerweile leistungsmäßig erstarkten PC. Nun, ich habe damit zwar einige meiner handschriftlich notierten Gedichte digitalisieren können, aber mit dem Buch wars wieder nix.

Irgendwie ist das sprechende Schreiben mit dem PC eben kein Schreiben im handwerklichen Sinn.

Als Siebtes habe ich zwei Jahre lang jede Woche zwei Stunden mit einer Lehrerin daran gearbeitet, den Schreibknoten endlich aufzulösen. NIETSCHEWO! Auch das ging eher nach hinten los! Denn meine Ansprüche an mich selbst wurden durch die strukturierte Herangehensweise dieser Dame mit jedem Treffen immer höher.

Nun, Du ahnst es schon. Auch dieses Mal bin ich gescheitert.

Im Grunde habe ich mich nach diesem Erlebnis – auch schon wieder fünf Jahre her – vom Schreiben verabschiedet. Das wird nix mehr. Never. Und „Tschüß“

Da Du ja nun mein Geschriebenes liest, will ich Dir die Lösung des Rätsels nicht vorenthalten :

Ich hatte gar keine Schreibblockade, sondern eine Erfolgsstörung!

Irgendwann in meiner Kindheit habe ich ein kleines Programm „geschrieben“ und in mein Innerstes eingepflanzt. Dieses Programm kontrollierte ständig meine Handlungen, und alles, was nicht aus dem Stand – ja wirklich beim ersten Versuch – bei 110 % lag, wurde als nicht tauglich verworfen.

Fehlversuche oder Teilergebnisse, die man hätte weiterentwickeln können, kamen in meiner Welt nicht vor. Warum und wieso ich dieses Programm damals brauchte, möchte ich hier nicht ausbreiten. Auf jeden Fall hat es lange, lange Jahre mein Leben maßgeblich beeinflusst.

Im Jahre 2018 gelang es mir mit Hilfe einer „Seelenprogrammiererin“ – oder zu Deutsch: tiefenpsychologischen Therapeutin – dieses kleine Programm zu entdecken, zu entschlüsseln und neu zu programmieren.

Ja, was soll ich sagen. Seitdem geht die Post ab! Im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur hier beim Thema Schreiben, nein, auch in allen anderen Bereichen geht es auf einmal ständig voran. Einfach nur, weil ich das Scheitern nach dieser Neuprogrammierung nicht als Katastrophe, sondern als ganz natürlichen Prozess empfinden kann.

Ich freue mich unsagbar über diesen ersten Post. Auch dieser Text war schon mehrere Male angefangen und komplett verworfen, geändert und erweitert. Er hat also schon viele gescheiterte Augenblicke hinter sich.

Und tatsächlich erlebe ich ihn gerade dadurch als „gereift“, „authentisch“, „ehrlich“ und „lebendig“.

Tja, und was hat das alles mit dem Titel dieses Artikels zu tun?  Ich mag Wortspiele. Sie denken zum Regen an – früher mal: Sie regen zum Denken an – und geben mir und Dir die Möglichkeit, die Welt und unser Leben immer wieder aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.

Lautsprecher deshalb als Eingangswort, weil es geläufig ist. Das Wortspiel könnte wie folgt aussehen:

Bin ich ein Lautsprecher?

Bin ich ein laut Sprecher? 

Bin ich ein Lautdenker? 

Bin ich ein laut Denker?

Ich für meinen Teil würde es im Moment so beschreiben:

Ich bin ein lauter, denkender, schreibender, sprechender Mensch.Und ich liebe es!